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Die kleinste
im vierstimmigen Amerdinger Geläute
ist eine Glocke von Bernhard Lachamann,
dem bedeutenden Gießer seiner Zeit.
Sie wurde
vor 500 Jahren in Heilbronn gegossen.
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Der
Ort gehörte damals zum Oberamt Hochhaus der Grafschaft Oettingen und um
1500 befand sich dort ein Rittergut mit limitierter
Hochgerichtsbarkeit. Für welche Kirche die Glocke damals gegossen wurde
und wer der Stifter beziehungsweise der Auftraggeber war, lässt sich
nicht mehr nachzeichnen. Großer Kundenkreis Mit dem Bau der
heutigen Pfarrkirche St. Vitus, in deren Turm sich die 500-jährige
Glocke befindet, wurde erst um 1755 begonnen. Lachaman der Ältere hatte
einen sehr großen Kundenkreis und Amerdingen war der äußerste
südöstliche Punkt im Verbreitungsgebiet seiner Glocken. Der
Betrieb hatte für die damaligen Verhältnisse ungewöhnliche Ausmaße. Die
Belieferung mit Rohstoffen oblag Augsburger Händlern, die wiederum von
Jakob Fugger (II) dem Reichen (1459 bis 1525) abhängig waren. Dieser
hatte die Kupfer- und Silberbergwerke in Tirol und Ungarn an sich
gezogen und beherrschte damit den Markt. Bei den damaligen
Abbaumethoden und Straßenverhältnissen war es nicht einfach, eine
entsprechende Logistik aufrecht zu erhalten, die dem Gießer eine
gleichbleibende Zufuhr sicherte. Angesichts dieser Massenproduktion war
es gar nicht möglich, alle Glocken mit Stifternamen oder auch dem des
Auftraggebers zu signieren. So bleibt es ein Geheimnis, wer die
Amerdinger Glocke gießen ließ. Markenzeichen und Gütesiegel Der
Name des Gießers musste unbedingt erscheinen, denn die einfache
Inschrift am oberen Rand „+ hilf . maria . bernhart . lachaman . goß .
mich 1509“ war ja Markenzeichen und Gütesiegel zugleich. Der
Amerdinger Guss misst 45,5 Zentimeter in der Höhe und 58 Zentimeter im
Durchmesser. Das Gewicht, errechnet durch die sogenannte
Regressionsanalyse, beträgt 110,7 Kilogramm. Nach Überprüfung durch ein
Fachgremium stand fest, dass der lange Zeit in Gebrauch befindliche
Klöppel zu schwer war. Dadurch und entsprechend dem Alter der Glocke
sind die Anschlag-stellen sehr stark abgenutzt. Zwar wurde der Klöppel
im vorigen Jahr durch einen leichteren ersetzt, der im Normalfall vier
Prozent des Glockengewichtes haben sollte. Es empfiehlt es sich jedoch,
den Klangkörper reparieren zu lassen. Immerhin stellt er ein
unersetzliches Kulturgut dar und blieb von den Ablieferungen der beiden
Weltkriege verschont, was nicht immer ganz selbstverständlich war. Die
noch ältere Donauwörther Marienglocke (zwischen 1355 und 1390 gegossen)
beispielsweise wurde im Zweiten Weltkrieg abgeliefert, kam aber
glücklicherweise unversehrt wieder zurück. Von Kuhn-Wolfart in
Lauingen 1951 hergestellt, ergeben die drei größeren Schwestern
zusammen mit der Jubiläumsglocke schon über 550 Jahre Amerdinger
Glockengeschichte. |